Verlassene Kaserne

Ursprünglich mit einem anderen Ziel fuhren wir an diesem Samstagmorgen los. Jedoch war unser eigentliches Ziel aufgrund von Renovierungsarbeiten verschlossen. Enttäuschung machte sich breit. Ich hatte den Gedanken im Hinterkopf: „Na wenigstens ein verfallendes Gebäude weniger.“ Zurück im Auto schnell auf dem Handy nach alternativen in der Nähe gesucht. Da habe ich eine alte Kaserne direkt ins Auge gefasst. Sascha war nicht so begeistert, hat erstmal weitergesucht. Aber ich habe ihn dann Überreden können doch zur Kaserne zu fahren. Am Kasernengelände angekommen dachten wir auch wieder an einen Flop. Denn hinter Meterhohen Zäunen und ebenso hohen Zauntoren verbarg sich ein riesiges, wild bewachsenes Gelände.

Wir suchten nach einem Loch im Zaun. Doch zunächst schien es aussichtslos. Dann beschlossen wir an die Seite zu fahren und zu Fuß weiter zu suchen. Und da fanden wir tatsächlich eine Lücke im Zaun. Wir beschlossen hier hinein zu gehen. Das erste, was sich uns bot, nachdem wir das Gebüsch durchdrangen waren große Höfe mit Garagen zur Unterbringung und Reparatur der Fahrzeuge. Wir gingen in eine rein, zu unserer Verwunderung waren hier noch Heizungsanlagen vorhanden. In einem Nebenraum hing sogar noch ein Amperemeter an der Wand. In der nächsten Fahrzeughalle war eine Wasserverteilung noch fast komplett erhalten. Nachdem wir zwei Garagengebäude besichtigt haben, beschlossen wir, aufgrund der Kürze der Zeit in den Unterkunftsgebäuden fortzufahren. Im ersten Gebäude, wie auch in den anderen, fanden wir kaum Einrichtungsgegenstände.

Stattdessen fanden wir Brandspuren an der Wand. Hier mussten mal Flammen aus der Tür geschlagen sein. Nur in vereinzelten Räumen fanden sich Hinterlassenschaften aus Zeiten der Bundeswehr. So fanden wir in einem Raum einige Matratzen aufeinandergestapelt und in einem anderen befand sich noch eine Heizungsanlage unter der Decke. In den oberen Etagen fanden wir keine weiteren Einrichtungsgegenstände. Hier wurden nur die Fenster eingeschlagen, Türen zertrümmert und Wände demoliert. In manchen Räumen lagen geschmolzene Fensterrahmen, die durch die Brände

Nachdem die Kaserne im Jahr 2000 verlassen wurde hat sich der Vandalismus leider ziemlich breitgemacht.

Nachdem die oberen Etagen ausreichend erkundet wurden, ging es in den Keller unter dem Gebäude.

Durch eine Stahltür hindurch in einen kleinen Raum in welchem sich eine dicke Stahltür befand. Ich wusste sofort, dass das hier ein Bunker gewesen sein muss. Ich erklärte Sascha die Situation und wir gingen weiter. Ohne Taschenlampen und Videolicht wäre alles stockdunkel, aber so richtig. Wie auch oben haben wir in jeden Raum geguckt und nach Fotomotiven gesucht. Aber viel Einrichtung ist hier halt leider nicht mehr drin. Interessant war lediglich die Entdeckung der Belüftungsanlage, die sowohl für den Normalfall, als auch für den Schutzfall gerüstet war. Neben und unter der Anlage fanden wir große Luftfilter, welche im Schutzfall an die Belüftung angeschlossen wurden, sodass Giftige Gase oder Radioaktive Partikel nicht in den Bunker gelangen konnten. Diese Belüftungsanlage war sowohl mit einem Elektromotor ausgestattet, als auch mit Handkurbeln, die es ermöglichten auch bei Stromausfall eine ausreichende Belüftung aufrecht zu erhalten.

Außer den Belüftungsanlagen fanden wir aber nichts wirklich Interessantes mehr in den Bunkern. Außer dass in den Gängen auf gut 1,70m höhe ein ca. 5 cm Breiter Streifen Phosphoreszierender Farbe angebracht ist.

Das ist mir aber auch nur aufgefallen, nachdem ich mit meiner Videoleuchte einen Telefonkasten zum Fotografieren angeleuchtet habe und mich nach dem herunternehmen der Leuchte erschreckt habe, was denn da leuchtet. Dann haben wir mir unseren Taschenlampen Muster auf diese Streifen gemalt und Fotografiert. Die übrigen Gebäude konnten wir aufgrund der fehlenden Zeit und der früh einsetzenden Dämmerung nicht mehr besuchen, wir werden aber auf jeden Fall wiederkommen!

  • Text: Dennis
  • Fotos: Dennis, Sascha
  • Aufgenommen am 30.01.2016
  • Veröffentlicht am: 02.02.2016
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